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Was ist eigentlich Osteopathie?

Diese Frage wird uns häufig gestellt. Frei übersetzt bedeutet Osteopathie "Knochenschmerzen". Tatsächlich kommen die meisten Patienten zu uns, um Schmerzen am Bewegungsapparat behandeln zu lassen.

Osteopathie ist eine ursächliche Therapie. Ein bekannter Osteopath hat einmal gesagt: "Schmerz ist wie das Licht. Wir gehen zum Schalter, um das Licht zu löschen." Wenn Sie also beispielsweise mit Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule zu uns kommen, so ist es manchmal nicht angezeigt, in anderen Fällen nicht sinnvoll oder wenig hilfreich, direkt im Schmerzgebiet zu behandeln, da die Ursache Ihrer Probleme anderswo liegt. Dies könnte etwa ein in seiner Beweglichkeit eingeschränktes Becken sein oder der Fuß, mit dem Sie vor Jahren umgeknickt waren. Häufig erinnern sich die Patienten während der Behandlung an den dortigen ursächlichen Schmerz, der längst vergessen war, aber im Lauf der Zeit aufgrund einer Ursache-Folge-Kette zu den aktuellen Problemen geführt hat. Ohne Behandlung der Ursache stellen sich die Folgen, selbst wenn man sie vorübergehend z. B. durch Massagen beseitigen kann, nach einiger Zeit wieder ein.

Osteopathie ist aber vor allem auch eine ganzheitliche Therapie. Sie berücksichtigt daher nicht nur den Bewegungsapparat, sondern auch andere Organsysteme, z. B. die inneren Organe. So könnte die Ursache für Schmerzen im Lendenbereich auch etwa eine in ihrer Beweglichkeit gestörte Niere sein. Ursächlich für Kopfschmerz ist nicht selten eine Bewegungseinschränkung der Leber. In solchen Fällen behandeln wir natürlich zuerst das betreffende innere Organ.

Unsere Aufgabe bei einer osteopathischen Behandlung ist es zunächst, die Ursache für Ihre Probleme zu ermitteln. Dazu hat die Osteopathie von Hand auszuführende Tests entwickelt bzw. aus anderen medizinischen Disziplinen übernommen, deren Aussagekraft und Ergebnisse wir Ihnen gern bei der Durchführung erläutern.

Sodann gilt es zu überprüfen, ob die Testergebnisse mit den von Ihnen angegebenen Beschwerden logisch verknüpfbar sind. Andernfalls sind zu Ihrer und unserer Sicherheit vor der Behandlung weitere Tests erforderlich.

Mit den Tests spüren wir Bewegungseinschränkungen auf, die Sie sich im Laufe des Lebens durch Verletzung, durchgemachte Infektionen, Fehl- und Überbelastung, Ernährungsfehler, etc. zugezogen haben.

Die eigentliche Behandlung erfolgt dann selbstverständlich ebenfalls von Hand. Die dabei angewandten Techniken sind sehr vielfältig. Sie reichen von Massagegriffen über fasziale Dehntechniken und mobilisierende Eingriffe bis hin zur Chiropraktik. Das dort gebräuchliche "Einrenken" (Beseitigung von Gelenkblockaden durch Stoßmanipulation) ist jedoch häufig nicht mehr erforderlich, nachdem wir zuvor mittels anderer Techniken die Ursachen der Blockaden beseitigt haben. Zudem kommt es dann selten zu erneuten Blockaden.

Ziel der Behandlung ist es, die festgestellten Bewegungseinschränkungen entlang der gefundenen Ursache-Folge-Ketten zu beheben und so die Bewegungsfähigkeit aller Gewebe miteinander im ganzen Körper zu harmonisieren.

Natürlich ist dieses Ziel nicht immer erreichbar. Es gibt den "Punkt ohne Wiederkehr", wo ihr Gewebe so geschädigt ist, dass operiert werden muss. Jedoch sind durch osteopathische Behandlungen schon häufig unausweichlich erscheinende Operationen überflüssig geworden.

Osteopathie ist eine recht junge medizinische Disziplin und daher leider noch keine anerkannte "Kassenleistung". Wir hoffen, mit dieser kurzen Abhandlung - vor allem aber durch unsere Arbeit - zur Verbreitung und Anerkennung dieser äußerst hilfreichen Therapie beizutragen.

Verteilung

Osteopathie verbreitete sich nach den USA zunächst in Großbritannien. Die Osteopathie in England wurde nach Littlejohn durch den Arzt und Osteopathen Alan Stoddard geprägt, der das anspruchsvolle und aufgrund der ganzheitlichen Aspekte schwer zu integrierende System ähnlich wie Palmer modifizierte. Nach diesem Schritt erhöhte sich die Verbreitung der Osteopathie in England erheblich [6]. Die amerikanische Bezeichnung D.O. gab es zunächst auch dort; heute werden nur noch Bachelor (B.Sc.)-Zertifikate verliehen.

In Deutschland begannen Ärzte in den 1950ern, stark geprägt durch den Austausch mit amerikanischen Chirotherapeuten, mit Alan Stoddard, und weiteren symptomorientiert arbeitenden Anwendern aus Skandinavien und der Schweiz, die "manuelle Medizin/Therapie" zu nutzen. An der BSO ausgebildete Osteopathen begründeten in den 1950ern in Deutschland das "OMT Kaltenborn-Evjenth Konzept" der "manuellen Therapie". Auch die deutsche Spielart der manuellen Medizin stellt eine symptomorientierte Mischung aus Chirotherapie und vereinfachter Osteopathie dar. Erst Mitte der 1980er begannen erste private Osteopathie-Schulen in Deutschland mit der Ausbildung von Osteopathen.

In Deutschland kann man Osteopathie nur an privaten Ausbildungsinstituten erlernen. Um einen einheitlichen Ausbildungsstandard bemühen sich nach eigenen Angaben verschiedene osteopathische Berufsverbände.

Was versteht man darunter?

Der Begriff "Osteopathie" kommt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich übersetzt Knochen-Leiden. Die Bezeichnung ist leider sehr irreführend, da es sich bei der Osteopathie nicht um eine Krankheit, sondern um ein Heilverfahren handelt. Im Gegensatz zur Chirotherapie, die sich eher mit "Blockaden" in den Gelenken befasst, behandelt ein Osteopath vor allem Muskeln und Weichteile.

Der Therapeut begutachtet zunächst den Stand und den Gang des Patienten. Oft kann er dabei schon wichtige Auffälligkeiten entdecken, wie beispielsweise hängende Schultern oder eine krumme Wirbelsäule. Daran schließen sich Bewegungstests an. Einen wesentlichen Bestandteil der manuellen Untersuchung bildet die so genannte Palpation. Darunter versteht man das lockere Auflegen der Hand um damit Position, Größe und Bewegung des untersuchten Körperteils zu beurteilen.

Die darauf folgende Behandlung hat den Zweck, erkannte Bewegungseinschränkungen zu beheben. Dazu bedient sich der Osteopath verschiedener Grifftechniken, die mit sanften Berührungen, Druck und leichten Dehnungen arbeiten.

Wie wirkt die Therapie?

Die inneren Organe und ihre Hüllen stehen nach Ansicht der Osteopathen in direkter Verbindung zur Wirbelsäule. Nach der osteopathischen Lehre zeigt sich eine Störung der inneren Organe daher immer in einer Bewegungseinschränkung, in Fehlhaltungen oder in stressbedingte Verspannungen. Deren Beseitigung heilt gleichzeitig das durch sie bedingte Leiden. Osteopathen suchen die Ursache eines Schmerzes nicht nur an der schmerzenden Stelle, sondern in den mit ihr verbundenen Körperpartien.

Bei der Behandlung verwendet der Osteopath weder Instrumente noch Medikamente. Er gebraucht lediglich seine Hände. Durch gezielten Druck versucht er, Bewegungseinschränkungen aufzuheben mit dem Ziel, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu stimulieren.

Eine Sonderform der Osteopathie ist die so genannte Cranio-Sacral-Technik. Bei ihr werden die Knochen der Schädeldecke gegeneinander verschoben. Nach Ansicht der Osteopathen sind Blockaden an diesen Stellen genauso für Krankheiten verantwortlich wie Blockaden im Bereich der Wirbelsäule. Durch die Behandlung sollen Energiestauungen gelöst werden, die als Ursachen von Störungen wie Kiefergelenksbeschwerden, Kopf- und Rückenschmerzen, Tinnitus, Seh- und Gleichgewichtsstörungen angesehen werden. In der naturwissenschaftlich orientierten Medizin gilt es jedoch als erwiesen, dass die Nähte der Schädelknochen kurz nach der Geburt verknöchern und daher gar keine Bewegung zulassen können. Wissenschaftliche Nachweise der Wirksamkeit der Osteopathie und der Cranio-Sacral-Technik fehlen bisher. Auch die zugrundeliegenden Auffassungen zum Körperbau und den postulierten Verbindungen zwischen inneren Organen und der Wirbelsäule entsprechen nicht den heutigen Kenntnissen vom anatomischen Aufbau des menschlichen Körpers.

Kenntnisse

Die Osteopathie erfordert eine genaue Kenntnis vom Bau der Wirbelsäule und der Muskelgruppen des Körpers. Die Behandlung sollte nur von einem gut ausgebildeten Therapeuten durchgeführt werden.